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Joël Pommerat und die Revolution

Liebe Theater,

 

um Joël Pommerat und sein Werk haben sich in den letzten Monaten viele aufregende Dinge ereignet - Anlass für uns, Sie darüber mit einem Sonder-Crieur zu informieren:

Am 4. November hatte sein neues Stück ÇA IRA (1) FIN DE LOUIS in Paris Premiere, das den spannungsreichen Entstehungsprozess der modernen Demokratie – mit all ihren Konflikten und Diskursen – im Zuge der französischen Revolution nachstellt. In seinem Kern zeigt es das Gründungsszenario für unser gegenwärtiges Europa. Ein Europa, das neun Tage nach der Premiere durch die Terrorserie auf das Pariser Bataclan, mehrere Restaurants der Innenstadt und das Stade de France wieder einmal angegriffen und empfindlich getroffen wurde!

ÇA IRA (1) FIN DE LOUIS sei das Stück der Stunde, schrieb Theater der Zeit. Tatsächlich versammeln sich seit Ende Februar in Paris die Menschen auf den Straßen, um sich darüber zu verständigen, wie Demokratie heute aussehen kann, wie man sie neu gestalten kann. Unter Federführung der linken Hollande-Regierung werden die Rechte der Arbeitnehmer_innen immer weiter beschnitten. Aus den anfänglich spontanen Nuits Debouts, den „Aufrechten Nächten“ in Paris, ist eine landesweite Bewegung geworden, deren Ausläufer sich – in abgeschwächter Form – über Belgien bis nach München, Leipzig und Berlin ziehen.

In Deutschland wird ÇA IRA unter dem Titel LA RÉVOLUTION (1) – WIR SCHAFFEN DAS SCHON zu sehen sein. Die Deutschsprachige Erstaufführung findet am 20. Januar in Bamberg statt, weitere Inszenierungen folgen in Münster und Saarbrücken.

 

Pommerats Revolutionsstück wurde im Mai dreimal mit dem Prix Molière ausgezeichnet, dem wichtigsten Theaterpreis Frankreichs. Ein Molière für die beste Regie, einer für den besten Autor am subventionierten Theater, sowie ein Molière für das beste französische Gegenwartsstück. Einen vierten Molière bekam Joël Pommerat für seine PINOCCHIO-Bearbeitung am Odéon-Theater als bestes Kinderstück.

Im deutschsprachigen Raum ist der Erfolg des Autors Pommerat nicht mehr zu über-sehen: Nach der DSE seines Lehrstücks MEIN KÜHLRAUM, das Gerhard Willert viel gelobt am Landestheater Linz auf die Bühne gebracht hat, kam KREISE/VISIONEN am Schauspielhaus Graz und zuletzt DIE WIEDERVEREINIGUNG DER BEIDEN KOREAS am Burgtheater heraus. Allesamt sehr gelungene und sehenswerte Inszenierungen!

Die nächste KREISE/VISIONEN-Inszenierung hat übrigens am 1. Juni am Bayerischen Staatsschauspiel München Premiere, Regie führt Tina Lanik.

 

Wir freuen uns gemeinsam mit dem Autor über die wachsende Begeisterung unter den deutschsprachigen Theatermacher_innen und senden Ihnen und euch herzlichste Grüße!

 

Dr. Katharina E. Meyer & Lilli Nitsche

 
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