Liebe Freunde des MERLIN VERLAGS, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Seit mehr als 10 Jahren engagiert sich Merlin als deutscher Verlag von Boualem Sansal für dessen Werke. Wir sind sehr stolz und glücklich und gratulieren Boualem Sansal sehr herzlich zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011!
Unsere Frühjahrsaktivitäten im Buchbereich stehen naturgemäß noch ganz im Zeichen des Friedenspreises. In der zweiten Januarhälfte wird Boualem Sansal anlässlich mehrerer Lesungen nach Deutschland kommen. Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr und freuen uns auf viele anregende Begegnungen und Gespräche mit Ihnen über unser Verlags-Programm!

Herzlich
Ihr MERLIN VERLAG

Katharina Eleonore Meyer

Gifkendorf, im Dezember 2011



Literatur


Olivier PY
DIE SONNE
160 S., kart., Merlin Theater
EUR 14,80 / sfrs. 21,90
ISBN 978-3-87536-297-8

bereits erschienen


Autor, Intendant und Schauspieler eines Theaters sind in der Krise: Sie sehen
keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit. Allein der Sänger Axel verspricht Rettung. Er ist ungestüm, exzentrisch, hat sprühende Einfälle und bricht alle Regeln. Alle vergöttern ihn, denn er bringt wieder Leben und Bedeutung in die Theaterarbeit. Doch Axel ist verletzlich ...
In seinem neuesten Bühnenwerk beschäftigt sich Olivier Py mit dem Künstler und seiner Existenz als Zentrum von Kreativität und Vitalität des Theaters. Das Stück wurde für das deutsche Publikum geschrieben und von Py selbst im November 2011 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz inszeniert.

„In Pys letztem, ins Deutsche übertragenen Stück geht es um nicht viel weniger als die Frage nach dem Göttlichen im Menschen und dem Ort des Theaters. Soll es, wie Intendant und Autor behaupten, darum gehen, das Theater in den Dienst der Gesellschaft zu stellen oder ist, wie es der göttliche Axel behauptet, Kunst und Theater sich selbst genug?“
Eberhard Spreng, Deutschlandradio Kultur



Tahar Ben JELLOUN
JEAN GENET, DER HERRLICHE LÜGNER
Deutsch von Christiane Kayser
220 S., fadengeheftete Klappenbroschur
EUR 22,-- / sfrs. 39,90
ISBN 978-3-87536-289-3

bereits erschienen


1974, als Genet und Tahar Ben Jelloun sich zum ersten Mal treffen, hat Genet längst nichts mehr gemein mit dem legendären Schriftsteller-Dieb, dem Heiligen und Märtyrer der 1950er und 60er Jahre.
Er schreibt kaum noch und hat die Verbindung zu Sartre und Cocteau lange gekappt. Der politische Mensch Genet aber ist nach wie vor kreativ und ungezähmt. Leiden schaftlich engagiert er sich z.B. für die revolutionären Bewegungen der Black Panthers und der Palästinenser.
In den folgenden Jahren, in denen Genet mal abtaucht, mal auftaucht, stößt er neue Projekte an und setzt sie wiederholt gemeinsam mit Tahar Ben Jelloun um: Interviews, Artikel, Drehbücher, Übersetzungen ...
Bei aller Aufruhr, die seine politischen Interventionen regelmäßig in der Öffentlichkeit auslösen, durchlebt Genet selbst immer wieder Phasen extremer Zweifel, die auf seine große emotionale Zerbrechlichkeit hinweisen.
Und was der Öffentlichkeit in diesen Jahren gänzlich entgeht, ist, dass der zu dieser Zeit bereits schwer kranke Genet alle verbleibende Energie in sein letztes großes Werk investiert, das er unmittelbar vor seinem Tod im April 1986 abschließt: Ein verliebter Gefangener.
Tahar Ben Jelloun zeichnet ein eindrucksvolles und bewegendes Porträt des geheimnisvollen und oft falsch verstandenen französischen Dichters Jean Genet. Gleichzeitig lässt dieser Text die aufregenden und drängenden politischen und
intellektuellen Debatten der ausgehenden 70er und frühen 80er Jahre wieder aufleben. Die Konflikte, um die es damals ging, sind im Grundsätzlichen so ungelöst wie damals.




Sanna SEVEN DEERS
FEUERBLUME
Roman
340 S., kt.
EUR 9,95
SBN 978-3-87536-291-6

bereits erschienen



Eigentlich sollte Alexandra mit ihrem Leben in Deutschland zufrieden sein. Ein guter Job, die Freunde und verständnisvolle Eltern – alles spricht für ein sorgenfreies Dasein.
Dennoch ist Alexandra nicht glücklich. Sie beschließt, eine kurze Auszeit im Westen Kanadas zu nehmen. Die Berührung mit der Natur und der Mystik der indianischen Kultur führen Alexandra endlich zu sich selbst. Sie erkennt den Sinn und die Schönheit ihres Lebens, findet die Liebe und wagt einen Neuanfang ...



Jean GENET
WERKAUSGABE BAND VIII
DRAMEN, TEIL 1

Inhalt: Unter Aufsicht, Die Zofen, Der Balkon, Die Neger
EUR 24,50
ISBN 978-3-87536-278-7

März 2012


Genets Stücke sind längst Teil des klassischen Theater-Repertoires und werden regelmäßig inszeniert. Jean Genet hat seine Stücke teilweise mehrfach überarbeitet. Im Rahmen der Werkausgabe werden die von der endgültigen Fassung abweichenden wesentlichen Änderungen, Zusätze und Streichungen sichtbar gemacht.
Der Theaterverleger Andreas J. Meyer, der Genet in Deutschland durchgesetzt hat, positioniert das Bühnenwerk Genets im Umfeld der europäischen Theaterliteratur um die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Zur Jean-Genet-Werkausgabe




Matthias N. LORENZ / Oliver LUBRICH (Hrsg.)
JEAN GENET UND DEUTSCHLAND
ca. 320 S., Klappenbroschur
EUR 39,90 / sfrs. 67,90
ISBN 978-3-87536-290-9

März 2012


Jean Genet und Deutschland – das ist eine Beziehung der wechselseitigen Stimulation. So sehr der Autor von Deutschland angezogen und abgestoßen wurde, so sehr hat er hierzulande fasziniert und Schockwellen ausgelöst. Eine Reise durch das „Dritte Reich“ bildet ein Schlüsselerlebnis in Genets Leben und Werk. Der Hamburger Zensurprozess um den Roman Notre-Dame-des-Fleurs veränderte die deutsche Recht sprechung zur Kunst. Der im „Deutschen Herbst“ 1977 veröffentlichte RAF-Aufsatz Violence et brutalité führte zu diplomatischen Verwicklungen. Vor allem im deutschen Theater fand Genet immer wieder einen Ort, an dem seine Werke wirken konnten, während sie andernorts von Tabugrenzen umstellt waren.

Dieser Band dokumentiert ein interdisziplinäres Symposium, das aus Anlass des 100. Geburtstages von Jean Genet an der Freien Universität Berlin stattfand. Die Beiträge zeigen, wie Jean Genets radikale Poetik und Politik in der Auseinandersetzung mit Deutschland besonders deutlich werden. Künst le rische Perspektiven eröffnen die Zeugnisse deutschsprachiger Schriftsteller und Filmemacher wie Josef Winkler, Belmen O und Rosa von Praunheim.




Jens BJØRNEBOE
EHE DER HAHN KRÄHT

Roman
EUR 19,50
ISBN 978-3-87536-279-4

bereits erschienen



„Ehe der Hahn kräht“ ist die Geschichte des Mediziners Dr. Reynhardt. Dieser Arzt „nutzt“ die Möglichkeiten, die ihm das Konzentrationslager ermöglicht: Ohne Kontrolle kann er seine wissenschaftlichen Experimente an lebenden Menschen ausführen.
Bjørneboes Klassiker – in Norwegen längst Schullektüre – ist von bestürzender Aktualität. Basierend auf intensiver Auseinandersetzung mit den Nürnberger Ärzteprozessen steht im Mittelpunkt ein Mann, der die „Banalität des Bösen“ wie kein anderer verkörpert: Ein fürsorglicher Familienvater, ein Kenner klassischer Musik und ein beliebter Nachbar. Und der als Wissenschaftler eben das tut, was man von ihm verlangt ...
Jens Bjørneboe gehört zu den großen Außenseitern der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts: Er führte ein unstetes, unkonventionelles Leben, wurde zu einem unerbittlichen Kritiker des Rechtswesens und schließlich als Anarchist zum Vorbild einer Jugend. Seine großen Romane wie „Haie“ oder „Ehe der Hahn kräht“ sind herausragende Beispiele der erzählenden Prosa des zwanzigsten Jahrhunderts.





Kunst


Hans Steffens
KATALOG ZUR AUSSTELLUNG IM
GERHARD-FIETS-HAUS GÖDDINGEN
zum 100. Geburtstag des Künstlers
64 S., mit 25 ganzseitigen Farbabb., Pappband
ca. EUR 19,80 / sfr. 28,50
ISBN 978-3-87536-298-5

erscheint zum 17. März 2012



Steffens wurde am 8. November 1911 in Altona geboren. Als 16-Jähriger begegnete er dem Maler Eduard Bargheer und entschied sich, Maler und nicht Musiker zu werden. Er studierte in Königsberg und Berlin, wurde zum Kriegsdienst eingezogen und 1948 aus russischer Gefangenschaft in die DDR entlassen. Er wurde Dozent und als Direktor der Akademie Burg Giebichenstein vorgesehen, zog es aber vor, über die „grüne Grenze“ nach Hamburg zurückzukehren. Er musste neu ansetzen. Er ließ die Eindrücke auf sich wirken, experimentierte, verwarf manches, probierte anderes und fuhr regelmäßig nach Frankreich. Mitte der 50er Jahre zog er ganz in die Provence und setzte auf seine Weise „den Dialog fort, der seit dem 19. Jahrhundert zwischen der französischen und der deutschen Kunst bestand“.
Sein Kontakt zum deutschen Kunstbetrieb nahm ab, zum französischen zu. In Paris wurde Jean Louis Roque, New Yorker Galerist von Paul Klee und Hans Reichel auf ihn aufmerksam; er sagte: „Für Steffens gehe ich bis ans Ende.“
Jean Louis Roque starb einige Jahre früher als Hans Steffens, der sein Leben lang bis zu seinem Tod 2003 einem lyrischen Spannungsfeld zeitloser Harmonie auf der Spur war, – einer Harmonie, die nichts mit dekorativer Kunst zu tun hat. Was man mit gesprochenem oder geschriebenem Wort ausdrücken kann, interessierte ihn nicht.
„Sie gehören zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit, und wenige Leute wissen es,“ schrieb Axel Hemery, der Kustos des Musée André Benoit, an Steffens nach dem Besuch von dessen Retrospektive in Campredon. Ausstellung und Katalog werden dazu beitragen, dies auch in Deutschland in Erinnerung zu rufen.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Hans Steffens im Gerhard-Fiets-Haus Göddingen ist zu sehen vom 17. März mit Mitte Juni 2012.



Andreas J. Meyer
WAS SCHÖN WÄRE ...
Zum 80. Geburtstag des Künstlers Janosch
64 S., zahlr. farbige Abb., Pappband
EUR 22,-- / sfr. 38,60
ISBN 978-3-87536-286-2

bereits erschienen



Andreas J. Meyer, der Gründer des MERLIN VERLAGS, der mehr als 30 Jahre mit Janosch durch dick und dünn gegangen ist, der ihm ebensoviel verdankt wie umgekehrt, und der ziemlich gut Bescheid weiß über alles, was in diesen Jahren vorgefallen ist, schreibt für Janosch zum Geburtstag, um Wahrheit bemüht und unfrisiert, seine schönen und weniger schönen Erlebnisse auf, verwirklichte und nicht verwirklichte Abenteuer, Erfolge und Enttäuschungen. Amüsantes steht neben Ernüchterndem, es wird von verheißungsvollen Ansätzen und von Rückzügen berichtet, Begegnungen und Beziehungen werden geschildert, auch Zahlen werden genannt. Da kommt allerhand zusammen. Viel Irritierendes ging in letzter Zeit durch die Medien. Eine Welt zu etablieren, wie Janosch es vermocht hat, ist nicht möglich, ohne Fehler zu machen. Doch durch höhere Heiterkeit die Not der Existenz erträglich zu machen, ist allemal größer als Missgunst, Schäbigkeit und Neid.



Johannes GRÜTZKE
AUS DEM LEBEN ARTHUR RIMBAUDS
6 Lithographien zu Zitaten aus dem biographischen Roman ICH IST EIN ANDERER von Henning Boëtius
Blattformat: 40,5 x 51 cm
Gesamtauflage 30 Expl., signiert und jeweils einzeln in Faltblätter eingelegt, die mit dem zugehörigen Textzitat
bedruckt sind.
EUR 1.200,--

bereits erschienen

Zum dritten Mal haben sich der Maler Johannes Grützke und der Dichter Henning Boëtius zu einer Hommage zusammengetan, diesmal – nach Ovationen für Goethe und Kleist – zur Erinnerung an Arthur Rimbaud, dessen „mit brutalen Kräften des Körpers und Geistes“ vollzogene Rebellion gegen die vorgefundene Welt ihn zu einer einzigartigen Erscheinung in der französischen Literatur werden ließ.

Seinen sechs Lithographien legte Johannes Grützke sechs kurze, von ihm selbst ausgewählte Zitate aus dem biographischen Roman Ich ist ein anderer von Henning Boëtius zu Grunde. Die Rimbauds Wirkung entscheidende Einheit von poetischer Vision und gieriger Sucht nach dem wirklichen Leben konnte nur glaubhaft zum Ausdruck gebracht werden von Künstlern, die Realitätsbewusstsein und Ästhetik als vitale Einheit begreifen.




NEXUS / merlin regional


Tina STADLMAYER
WO BRAUNSCHWEIGS ERSTE BÜCHER
STANDEN
Die Liberei zu Braunschweig und der Büchersammler
Gerwin von Hameln
NEXUS Braunschweig
56 S., Klappenbr., mit zahlr. Abb.
EUR 9,80 / sfrs. 18,50
ISBN 978-3-87536-285-5

März 2012


Die erste freistehende Bibliothek Nordeuropas wurde für die Handschriften der St. Andreaskirche in der Braunschweiger Neustadt erbaut. Sie stellte ihre Bestände schon 1422 nicht nur der Geistlichkeit zur Verfügung.

Gerwin von Hameln, Stadtschreiber in Braunschweig und leidenschaftlicher Büchersammler stellte seine Sammlung dazu und vermachte sie der „Liberei“. Bis zu seinem Tod 1496 vergrößerte er die Bibliothek auf 336 Bände. Darunter befanden sich zahlreiche, schon im 1454 von Johannes Gutenberg erfundenen Buchdruck hergestellte Werke.
In seinem Testament legte Gerwin von Hameln ausdrücklich fest, dass die Bücher allen lesekundigen Bürgern zu gänglich sein soll ten. Er begründete damit eine der ersten öffent lichen Bibliotheken des Landes.



Marc BASTET / Dietmar GEHRKE
DER WEG ZUM GALGEN
Richtstätten und Kriminaljustiz im Raum Lüneburg, Winsen/Luhe, Uelzen und Lüchow-Dannenberg

merlin regional
ca. 100 S., kart., mit zahlr. Farbabb.
EUR 9,80 / sfrs. 14,90
ISBN 978-3-87536-299-2

März 2012


Flur- und Straßennamen wie Am Galgenberg, Rabensteinstraße oder Am Richtkamp sind stumme Zeugen einer grausigen Vergangenheit. Sie erinnern an eine Zeit, als Hinrichtungen und öffentliche Körperbestrafungen an der Tagesordnung waren.

Dieses Buch begibt sich auf die Suche nach den alten Richtstätten in Nordostniedersachsen, erzählt von ihrer Geschichte und beschreibt ihre sozial-politische Funktion in der damaligen Gesellschaft. Zahlreiche Karten, alte Zeichnungen und Rekonstruktionen ver- gegenwärtigen die vergessenen Orte des Tötens und Sterbens.

„Der Weg zum Galgen“ bietet zudem einen Einblick in die damalige Kriminaljustiz und Gerichtspraxis, die uns wegen ihrer Vielseitigkeit, ihrer Brutalität und des mit den Hinrichtungsplätzen verbundenen Aberglaubens bis heute fasziniert.



Lilli NITSCHE
BACKSTEINGIEBEL UND SYSTEMTHEORIE
Niklas Luhmann – Wissenschaftler aus Lüneburg

NEXUS Lüneburg
56 S., Klappenbr., mit zahlr. Abb.
EUR 9,80 / sfrs. 18,50
ISBN 978-3-87536-283-1

schon erschienen


Niklas Luhmann war ein Wissenschaftler von Weltrang. Sein Arbeitsgebiet: Die Gesellschaft. Mit seiner Theorie der sozialen Systeme hat er die traditionelle Soziologie in eine neue Richtung geführt. Wissenschaft und Wirtschaft, Kunst und Politik stützen sich auf seine Analysen und feiern Luhmann als vorurteilsfreien, neutralen Geist des 20. Jahrhunderts.

Geboren und aufgewachsen ist Niklas Luhmann in Lüneburg – als Sohn einer alteingesessenen Brauerfamilie. Sein Elternhaus, gelegen am Rand des beliebten Kneipenviertels am alten Hafen, zeugt noch heute von der langen Tradition des Bierbrauens in Lüneburg.

Lilli Nitsche erzählt die Geschichte Niklas Luhmanns und seines Lüneburger Elternhauses.

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