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![]() | Ende der 40er Jahre wendet sich Genet dem Theater zu. Die Bühnenwerke Haute Surveillance, Les Bonnes, Le Balcon, Les Nègres und Les Paravents, Genets scharfer Kommentar zum Algerienkrieg, machen ihn um 1960 weltberühmt und gehören heute zu den Klassikern des zeitgenössischen Bühnenrepertoires. |
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1983 wurde Jean Genet, der in seiner zweiten Lebenshälfte vor allem politische Essays verfaßte und sich immer wieder für politisch-ethnische Minderheiten wie die Black Panthers und die Palästinenser einsetzte, mit dem Französischen Nationalpreis ausgezeichnet. Er starb am 15. April 1986 in Paris. |
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Jean Genet für die einen der Orpheus der Gosse, für die anderen ein Heiliger und Märtyrer, für wieder andere ein schreibender, schockierender Trieb-Vagabund. Mittlerweile haben Genets Werke einen festen Platz in der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts, und auch für den heutigen Leser bleibt die Lektüre seiner Werke eine faszinierende Erfahrung. Die Veröffentlichung der Romane Genets provozierte die Kritiker der Feuilletons ebenso wie seine poetische Sprache sie anzog die Erstaufführungen seiner Stücke waren weltweit von Skandalen begleitet. Nahezu fünfzig Jahre nach der Erstveröffentlichung der deutschen Buchausgabe von Notre-Dame-des Fleurs, die seinerzeit einen Prozess wegen des Vorwurfs der Unzüchtigkeit nach sich zog, haben die Werke Genets ihren festen Platz im Kanon der Weltliteratur. Grund genug, seine Romane, Gedichte, Dramen, Essays und Schriften endlich in einer einheitlich gestalteten, mehrbändigen Werkausgabe vorzulegen. Jean Genet- der Prozess 1958 reist Jean Genet erstmals zu einem Besuch des Merlin Verlags nach Hamburg (bis in die 1980er Jahre der Sitz des Verlags). Genet bietet dem Verleger Andreas J. Meyer erstmals, nach den Theaterstücken, einen Roman an: Notre-Dames-des-Fleurs. 1958 wird mit Gallimard in Paris der Vertrag geschlossen, das Buch erscheint 1960 und ist alsbald Gegenstand eines der wichtigsten Literaturprozesse im Nachkriegsdeutschland. Erst am 31. Juli 1962 wird das Urteil verkündet. Die Anklagebank blieb leer, denn angeklagt war ein Buch! In einem für das ganze Bundesgebiet bedeutsamen Grundsatz-Urteil hatte das Hamburger Landgericht darüber zu entscheiden: Ist der inzwischen weltberühmte Roman Notre-Dame-des-Fleurs unzüchtig? Der Staatsanwalt hatte den Antrag gestellt, sämtliche noch im Handel befindlichen Exemplare und den Drucksatz zu vernichten ...Als Sachverständige waren aufgeboten: Die beiden Literaturexperten Willy Haas von der Welt, Prof. Sieburg von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Dr. Giese, Direktor des Sexualwissenschaftlichen Institutes der Universität Hamburg. Das Urteil der Sachverständigen war einhellig! Zwar wimmele das Buch objektiv von Obszönitäten, die aber für einen intelligenten Leser durch den sehr hohen künstlerischen Wert des Romans aufgehoben würden. BILD-Zeitung, 1. August 1962 Der Prozess endete mit einem Freispruch für das Buch, da es nicht den Geschmack des literarisch gebildeten Bürgers verletze. |
GENET - Einzelausgaben: |
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Jean GENET - Unter Aufsicht - Theaterstück - 38 S., kart. EUR 7,50 *604* Jean GENET - Die Neger - Theaterstück - 78 S., kart. EUR 5,-- ISBN 3-87536-159-8 Jean GENET - Die Wände - Theaterstück - 38 S., kart. EUR 12,80 ISBN 387536-243-8 Jean GENET - DER SEILTÄNZER - Ein Gedicht - Aus dem Französischen von Manon Grisebach - Mit Vignetten von Alexander Camaro - 48 S. Klappenbroschur, EUR 9,20 ISBN 3-926112-45-X Jean Genet, der wahrscheinlich bedeutendste zeitgenössische Dichter Frankreichs, verdankt seinen Ruhm nicht zuletzt der Unbedingtheit seines ethischen Anspruchs. Seine in diesem Prosagedicht an den Seiltänzer gegebenen Ratschläge gelten der Verpflichtung des Künstlers, sich selbst das Äußerste abzuverlangen, um in der Kunst zu verwirklichen, was in der Realität des Lebens nicht zu erreichen ist. Jean GENET - 4 STUNDEN IN CHATILA - aus dem Französischen von Klaus Völker - 44 S., kart., 2. Auflage EUR 5,-- ISBN 3-87536-164-4 |
| Jean Genet hielt sich zufällig in Beirut auf als Mitte September 1982, einen Tag nach der Ermordung des libanesischen Präsidenten Bechir Gemayel, unter den Augen der in Beirut eingerückten israelischen Truppen ein grausames, unbegreifliches Massaker im Palästinenserlager Chatila stattfand. Genet suchte den Ort des Entsetzens auf und verfaßte für die "Revue détudes palestiniennes" in Paris einen Bericht über das, was er in Chatila sah und empfand. Nüchtern und ohne Emotionen schildert er den Zustand der greulich zugerichteten Leichen und die wortlos ohnmächtige Trauer der Überlebenden. Die unsentimentale Anklage dessen, was Menschen Menschen anzutun vermögen, soll das Bewußtsein wachhalten für die Abgründigkeit entfesselter Emotionen. |
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Jean GENET - DIE PARADE - Ein Gedicht, deutsch von Gerhard Edler, mit 12 kolorierten Zeichnungen von Markus Vallazza, 9 Abb. 24 S. Lw. EUR 12,40 ISBN 3-87536-182-2 Bibliophil ausgestattetes Poem von Jean Genet, wie alle übrigen Gedichte von Genet von Gerhard Edler ins Deutsche übertragen. Illustrationen von Markus Vallazza. Es gibt zwei verschiedene Vorzugsausgaben, einmal mit 7 Radierungen (EUR 330,00) und VA II (Aufl. 9 Expl.) mit jeweils einem Unikat des Bozener Künstlers (EUR 400). Jean GENET - TRAUERMARSCH - Ein Gedicht - aus dem Französischen übertragen von Gerhard Edler, bibliophile Ausstattung von J. Vennekamp mit zahlreichen Transparentlithographien, 82 S. Pappband, EUR 35,-- ISBN 3-926112-58-1 Von den sechs großen Gedichten Genets endlich das letzte noch nicht in deutscher Übersetzung erschienene. *810* Vorzugsausgabe A mit 1 Original-Holzschnitt EUR 57,-- *811* Vorzugsausgabe B mit 1 Original-Holzschnitt EUR 57,-- *812* Vorzugsausgabe C mit 1 Unikat im Geschenkkasten EUR 300,-- |
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Jean GENET, Rüdiger WISCHENBART, Leila CHAHID BARRADA - JEAN GENETS HAUS - Ein Gespräch - 68 S. broschiert, EUR 5,-- ISBN 3-926112-23-9 Anfang Dezember 1983 hielt sich Jean Genet in Begleitung von Leila Chahid in Wien auf. Er war auf Einladung einer der UNO nahestehenden Organisation nach Österreich gekommen, um als Augenzeuge über das Massaker zu berichten, das 1982 im Palästinenserlager Chatila stattgefunden hatte. Bei dieser Gelegenheit nahm Rüdiger Wischenbart ein Interview auf, das auf Genets Wunsch zunächst allein sein Verhältnis zu den Palästinensern verdeutlichen sollte, sich aber im Laufe des Gesprächs auch anderen Themen öffnete und für die Charakteristik seines Denkens bezeichnend ist. Albert DICHY / Pascal FOUCHÉ - JEAN GENET - Versuch einer Chronologie 1910 - 1944 - aus dem Französischen von Rolf Stürmer, 351 S. Klappenbroschur, EUR 5,-- ISBN 3-926112-22-0 Die unbestechlichen, geduldigen Recherchen, die dieser Monographie zugrunde liegen, wurden nicht in der Absicht angestellt, das von Genet mitgetragene Image zu widerlegen. Tatsächlich entsprach das freiwillige Bekenntnis zur Kriminalität, die das bürgerliche Tugendverständnis in sein spiegelbildliches Gegenteil verklärt, Genets Selbstverständnis; daneben tritt indessen der Nachweis einer durch und durch literarischen Existenz, der gegenüber die Verherrlichung des Verbrechens zurücktritt. Genet war nicht der Verbrecher, zu dem die Umwelt ihn gemacht hatte, sondern der Dichter, für den die Gegenwelt des Verbrechens zu einem Gleichnis wurde, dem es galt, im Kunstwerk Gestalt zu geben. |